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24 | 09 | 2017
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ICD-11: WHO eröffnet Kommentierungsphase

Wiesbaden (10. November 2016) - Die WHO hat jüngst bei ihrer Revision Conference in Tokio die revidierte Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) vorgestellt. Sie soll 2018 fertiggestellt und verabschiedet werden. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan hat daher die Mitgliedsländer eingeladen, die neue Version zu testen und zu kommentieren.

Die ICD ist international in zahlreiche Systeme des Gesundheitswesens eingebunden. Ihre Weiterentwicklung zur ICD-11 soll neben notwendigen medizinischen Aktualisierungen vor allem ihren Einsatz in modernen IT-Anwendungen erleichtern. Hierfür stellt die WHO entsprechende Hilfen bereit: So gibt es neben einem Kodier-Werkzeug auch Anwendungen, die Übersetzung, Überleitung und Kommentierung erleichtern.

Die neue ICD-11 ist strukturell flexibler als ihr Vorgänger gestaltet, wozu sie eine umfangreiche vernetze Datenbasis mitbringt, die sogenannte "Foundation". Das eröffnet zusätzliche Chancen, z.B. bei der Vernetzung mit anderen Terminologien oder Klassifikationssystemen. Allerdings empfinden viele Mitgliedsstaaten die damit einhergehende erhöhte Komplexität der ICD-11 auch als Herausforderung, der sich die Klassifikation in der Kommentierung und Testung stellen muss.


Chance zur Kommentierung nutzen

Auch für Deutschland ist die ICD-11 mit ihrem erweiterten Konzept genau zu überprüfen. "Aufgrund des vielschichtigen Einsatzes der ICD-10-GM in Deutschland ist es für uns besonders wichtig, die ICD-11 auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor wir sie hier einsetzen können", so Dr. Stefanie Weber, Leiterin der Arbeitsgruppe Medizinische Begriffssysteme beim DIMDI. Sie fordert alle Interessengruppen auf, sich intensiv an Testung und Kommentierung der neuen ICD zu beteiligen: "So können wir hierzulande notwendige Anpassungen rechtzeitig vorbereiten und möglichen Risiken frühzeitig begegnen." In Deutschland dient die Klassifikation als German Modification (GM) insbesondere der Kodierung der Morbidität. Viele Prozesse basieren darauf, zum Beispiel Abrechnungssysteme, Qualitätssicherung, Statistik und Epidemiologie.

Das DIMDI ist als WHO-Kooperationszentrum für das System Internationaler Klassifikationen an der Weiterentwicklung der ICD intensiv beteiligt und nutzt dabei seine langjährige Erfahrung mit dem Einsatz der ICD-10. Unter anderem wurde dem Institut gemeinsam mit Australien die Leitung der Task Force übertragen, die die WHO für die Anwendungsbereiche Mortalität und Morbidität berät und entsprechende Entscheidungen vorbereitet.


ICD weltweit

Mit der ICD werden weltweit Todesursachen verschlüsselt und entsprechende Statistiken erhoben, beispielsweise für die Gesundheitsberichterstattung der Länder und der WHO. Wie in Deutschland dienen ländereigene Übersetzungen darüber hinaus auch in zahlreichen anderen Gesundheitssystemen dem standardisierten Austausch von Gesundheitsinformationen für Abrechnung, Forschung und Statistiken. Auch das elektronische System Iris für die Kodierung von Todesursachen basiert auf der ICD. Es ist weltweit in Anwendung und soll für die ICD-11 in einer internationalen Kooperation angepasst und überarbeitet werden.

Das DIMDI stellt über das Internet hochwertige Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10 und OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z.B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte, Health Technology Assessment (HTA) und mit Versorgungsdaten. Das DIMDI ermöglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und rund 30 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dafür entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.


Ergänzende Informationen auf der DIMDI-
Website


Weitere Informationen im
Web


Quelle: DIMDI - Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, 10.11.2016 (tB).

 
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